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Funktionen des Dünn- und Dickdarms

Wie sind Dünndarm und Dickdarm aufgebaut? Dünn- und Dickdarm sind muskuläre Hohlorgane, die durch die sogenannte Ileozökalklappe voneinander getrennt sind. Der Dünndarm ist 5-7 m lang und wird in 3 Abschnitte unterteilt:
  • den Zwölffingerdarm (Duodenum), dieser Teil schließt direkt an den Magen an.
  • den Leerdarm (Jejunum) und
  • den Krummdarm (Ileum)
  • an dessen Ende die Ileozökalklappe den Dünndarm vom Dickdarm abgrenzt.

Der Dickdarm ist etwa 110 cm lang und besteht aus
  • dem Blinddarm (Caecum) mit dem 5-8 cm langen Wurmfortsatz (Appendix)
  • dem Grimmdarm (Colon)
  • dem Mastdarm (Rectum)

Der Dickdarm endet mit dem Kontinenzorgan, durch das die Stuhlentleerung (Defäkation) reguliert wird.

Funktion des Dünndarms und des Dickdarms

Jeder dritte Patient, der in Deutschland einen Arzt aufsucht, beklagt Beschwerden im Gastrointestinaltrakt. Den von den Patienten beklagten Symptomen kann aufgrund der Vielzahl der Aufgaben des Dünn- und Dickdarms eine große Menge an Funktionsstörungen zugrunde liegen.

Was sind die Funktionen des Dünndarms und des Dickdarms?

Die Funktionen umfassen:
  • den Transport des Speisebreis
  • Reservoirfunktion
  • Verdauung
  • Aufnahme (Absorption) der Nahrungsbestandteile
  • Absonderung (Sekretion) von Schleim und von Enzymen für die Verdauung
  • Barrierefunktion


Der Transport des Speisebreis und Reservoirfunktion

Durch den Wandaufbau des Darmrohrs mit einer 2-teiligen Muskelschicht aus glatter Muskulatur werden eine optimale Durchmischung einerseits und der Transport des Darminhalts andererseits ermöglicht.

Im Dickdarm unterliegt der Transport des Darminhalts zusätzlich tageszeitlichen Schwankungen, wobei die Aktivität während der Nacht reduziert und am Morgen und nach Mahlzeiten gesteigert wird.

Der Mastdarm (Rektum) kann außerdem durch eine Verminderung der Anspannung der Muskulatur größere Volumina aufnehmen und dient so der Speicherung des Stuhls. Störungen in der Transportfunktion führen zu den Symptomen Durchfall (Diarrhoe) bei zu schneller Entleerung und Verstopfung (Obstipation) bei stark verlängerter Transitzeit.

Magen: 0,5-1,5 Stunden --⟩ Dünndarm: 2-4 Stunden --⟩ Dickdarm: 7-70 Stunden

^ Verweildauer des Speisebreis im Magen-Darm-Trakt.

Verdauung, Absorption und Sekretion

Die Funktionen Verdauung, Aufnahme von Nahrungsbestandteilen (Absorption) und Absonderung von Schleim und Enzymen (Sekretion) werden durch den Aufbau der Schleimhaut (Epithel) hauptsächlich im Dünndarm gewährleistet. Die Schleimhaut ist extrem stark aufgefaltet und erhält so eine Austauschfläche von 200-300 m² was der Fläche eines Fußballfeldes entspricht.

Außerdem hat die Schleimhaut eine sehr hohe Erneuerungsfähigkeit, so dass die gesamte Schleimhautschicht innerhalb von 3-6 Tagen ausgetauscht wird. Dies führt dazu, dass es z.B. bei Infektionen des Magen-Darm-Trakts mit Zerstörung der Schleimhaut dennoch nur kurze Zeit zur Einschränkung der Nahrungsaufnahme kommt.

Die Zellen der Dünndarmschleimhaut (Enterozyten) haben absorbierende und sezernierende Eigenschaften, d.h. sie nehmen sowohl Nahrungsbestandteile und Wasser aus dem Darminneren auf, können aber auch bestimmte Stoffe in das Darminnere abgeben. Insgesamt werden täglich 9 l Wasser im Gastrointestinaltrakt aufgenommen, die überwiegende Menge davon im Dünndarm. Auch der Dickdarm kann dem Darminhalt Wasser entziehen, so dass die Stuhlwassermenge nur ca. 100 ml beträgt.

Nachdem die Nahrungsbestandteile zunächst im Magen zerkleinert wurden und mit verschiedenen Enzymen wie z. B. Pepsin in Kontakt gebracht wurden, wird der Nahrungsbrei im Zwölffingerdarm (Duodenum) und im oberen Dünndarm durch weitere Enzyme weiter aufgeschlossen und zerkleinert.
Die aufgeschlossenen Nahrungsbestandteile (Kohlenhydrate, Eiweiß, Fette, Vitamine, Spurenelemente,..) werden über die Schleimhaut aufgenommen und über das Blut und die Lymphflüssigkeit abtransportiert.

Im Dickdarm wird der Speisebrei weiter eingedickt und die unverdauten Nahrungsbestandteile zum Rektum transportiert.

Barrierefunktion

Häufig übersehen, aber wichtig ist die Barrierefunktion der Schleimhaut im Dünndarm. Dabei wird verhindert, dass verschiedene, potentiell schädliche Substanzen (wie z.B. Bakterienbestandteile) eindringen.

Dabei spielt zum einen die Schleimschicht, aber auch andere Faktoren wie die Antikörperbildung oder körpereigene Antibiotika wie Defensine eine große Rolle. Eine Schädigung der Barriere kann außerdem durch eine Aktivierung des körpereigenen Immunsystems entstehen, wie bei allergischen Reaktionen auf Nahrungsbestandteile (z.B. Sprue) oder durch andere Mechanismen (z.B. M. Crohn und Colitis ulcerosa).

Neben den mechanischen Bestandteilen der Barriere wie der Schleimschicht, ist auch die bakterielle Flora des Darms an der Barriere beteiligt. Im gesunden Darm ist die bakterielle Besiedlung im wesentlichen auf den Dickdarm beschränkt. Durchschnittlich finden sich etwa 10 hoch 10 bis 10 hoch 12 Keime/ml Darminhalt, immerhin ein Drittel des Trockengewichtes des Stuhls werden durch bakterielle Bestandteile verursacht.

Die bakterielle Flora besitzt die Fähigkeit, Kohlenhydrate aufzuspalten, die im Dünndarm nicht aufgespalten und resorbiert werden konnten. Bei der Spaltung von Kohlenhydraten im Dickdarm entstehen Gase, die zu Blähungen führen können. Teilweise wird die Gasmenge abgeatmet, teilweise durch Windabgänge vermindert. Dabei liegt die durchschnittliche Flatusfrequenz bei 8-20 Flatus pro Tag.

Insgesamt trägt das bakterielle Ökosystem als Ganzes wesentlich zur Aufrechterhaltung des Milieus (Homöostase) im unteren Magen-Darm-Trakt bei.
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